München, 17.03.2015

Gebrauchte Cadillacs bieten Zuverlässigkeit und Stil für überschaubares Geld

AutoScout24 präsentiert drei Kultmodelle der US-Marke

Die Begeisterung für Old- und Youngtimer nimmt stetig zu. Mittlerweile sind laut Kraftfahrt-Bundesamt in Deutschland mehr als 300.000 Fahrzeuge mit einem H-Kennzeichen unterwegs – dabei steht H für historisch. Ihre Besitzer organisieren sich oft in Clubs, treffen sich auf gemeinsamen Ausfahrten und informieren sich auf Ausstellungen. Vom 26.03. bis zum 29.03. findet in Stuttgart die „Retro Classics“ statt, eine der wichtigsten Messen, wenn es um Oldtimer, Youngtimer und US-Cars geht. Dieses Mal bilden Autos der US-Kultmarke Cadillac den Schwerpunkt. „Auf Deutschlands Straßen findet sich diese Automarke zwar eher selten, was wohl auch am Image des Spritfressers liegt“, sagt Michael Gebhardt, Autoexperte bei AutoScout24. Doch können Cadillacs oft mit großem Komfort, Zuverlässigkeit und guter technischer Ausstattung aufwarten. Noch dazu sind sie für eine überschaubare Summe zu erwerben. Wir stellen stellvertretend für die große Cadillac-Familie drei beliebte Kultmodelle vor.

Filmstar auf vier Rädern: Cadillac Coupé DeVille

Der DeVille war jahrzehntelang das Volumenmodell des US-Herstellers. Während die Viertürer Sedan DeVille genannt wurden, hießen die Zweitürer stets Coupé DeVille. Den ersten Coupé DeVille ließ General Motors 1949 vom Band laufen. Mitte der 70er Jahre verkleinerte Cadillac aufgrund der Ölkrise als erster Hersteller seine Topmodelle (Downsizing). „Natürlich war das Auto mit 5,64 Metern Außenlänge nach europäischem Maßstab immer noch riesig“, sagt Burkhard Brießmann vom Classic Cadillac Club Deutschland. Die Generation 1977 bis 1979 gehört zu den elegantesten Vertretern seiner Familie: Der Dachabschluss läuft sehr flach nach hinten aus und weist so eine betont dynamische Linie auf. Wie die meisten Cadillacs hatte auch dieser Wagen einen großen Kinoauftritt. Er ist im Gangsterepos „Good Fellas“ (1979) von Martin Scorsese zu sehen.

Um den Verbrauch weiter zu senken, wurde das Design 1980 erneut modifiziert. „Die Motorhaube war fortan flacher und der Dachabschluss steiler“, so Cadillac-Experte Brießmann. Rund fünf Jahre später erschien der Nachfolger – nochmals eine halbe Tonne leichter und weniger als fünf Meter lang. Vor allem aber wurde von Heck- auf Frontantrieb gewechselt. Der Innenraum dagegen blieb über viele Jahre fast unverändert.

Gebaut für gemächliches Dahingleiten

1977 bis 1979 war bei den Benzinern standardmäßig ein 7-Liter-V8-Bigblock verfügbar. Diese Maschine lässt sich auf Langstrecken mit durchschnittlich rund 18 Litern fahren. „Dem hohen Verbrauch des Bigblocks stehen seine schier unerschütterliche mechanische Zuverlässigkeit sowie seine sensationelle Geräuscharmut gegenüber“, sagt Burkhard Brießmann. „Diese Autos wurden für das damals in den USA geltende Tempolimit von 55 mph gebaut.“ Das sind umgerechnet etwa 88 km/h. Wer also dauerhaft deutlich schneller fahren will, tut seinem Wagen und seinem Geldbeutel keinen Gefallen. „Die Stärke dieser Autos ist eindeutig das äußerst komfortable Dahingleiten auf Bundes- oder Landstraßen“, sagt Michael Gebhardt von AutoScout24.

Klassische Mängel, die viele Youngtimer aufweisen, hat der Cadillac kaum: „Rost ist bei den Modellen aufgrund der guten Konservierung und Verzinkung in der Regel kein Problem“, sagt Christian Doerk vom Classic Cadillac Club. Dennoch sollte vor dem Kauf ein prüfender Blick auf Rahmen, Bodenbleche, Unterkanten von Kotflügeln, Türen und Hauben sowie auf die seitlichen und vorderen Kanten der Motorhaube erfolgen.

Auch scheinbar harmlose Mängel ernst nehmen

Der Coupé DeVille wurde in hoher Stückzahl produziert. Karosserie- und Verschleißteile sind daher relativ einfach und günstig zu bekommen. Bei guter Pflege altern die Fahrzeuge optisch fast nicht und lassen sich problemfrei über mehrere hunderttausend Kilometer fahren. „Grundsätzlich gilt: Es ist im Zweifel immer besser, einen höheren Kaufpreis für ein besser erhaltenes Fahrzeug zu zahlen, als über scheinbar harmlose Mängel hinwegzusehen“, empfiehlt Brießmann. Denn dann werden unter Umständen viel Geld und Nerven für die Restaurierung fällig.

Preisinfo: Ein Cadillac Coupé DeVille ist bei AutoScout24 zu Preisen zwischen 3.000 und 40.000 Euro zu haben.

Luxus auf langem Radstand: Cadillac Fleetwood Brougham

Bei dem von 1974 bis 1986 hergestellten Fleetwood Brougham handelt es sich um eine luxuriöser ausgestattete Variante des Sedan DeVille. Durch den langen Radstand und den großvolumigen Motor, fahren sich diese Autos ebenfalls ausgesprochen ruhig und komfortabel. Als technische Meisterleistung gilt heute noch die Klimaautomatik.

Auch beim Brougham sollten Kaufinteressenten wie bei jedem anderen Gebrauchten vor allem unter den Türen und Schwellen, im Kofferraum-Bereich sowie an den Zierleisten nach Korrosion schauen. Ein Vinyl-Dach, sofern vorhanden, kann ebenfalls Rost verbergen. Hier heißt es, auf Blasen oder Unebenheiten im Dachhimmel zu achten.

Elektronische Benzineinspritzung nur schwer auszutauschen

Bei Modellen mit elektronischer Benzineinspritzung ist zu bedenken, dass diese immer seltener werden. Die Elektronik ist heute museumsreif und kann in der Regel nur schwer ausgetauscht werden, da die notwendigen Ersatzteile nur schwer zu beschaffen sind.

Fehlt die elektronische Benzineinspritzung, hilft dem alten Amerikaner meist nur ein Vergaserumbau wieder auf die Sprünge. „Auch Wasserpumpe und Lichtmaschine halten nicht ewig – als Verschleißteil sind sie aber einfach und günstig zu beschaffen“, erklärt Hannes Griebel, der Cadillacs vor allem wegen ihres Komforts schätzt und ebenfalls Mitglied im Cadillac Club ist.

Hohen Verbrauch nicht einfach hinnehmen

Wegen der landläufigen Spritfresser-Legende werden Verbräuche bis 30 Liter bei Fleetwood Brougham und anderen Cadillac-Modellen oft als normal empfunden. Doch ein korrekt arbeitender 76er Vergaser mit 8.2-Liter-Maschine darf im Schnitt 16 Liter verbrauchen. „Alles über 18 Liter deutet auf fortgeschrittenen Verschleiß, schlechte Vergaserabstimmung oder schiefgelaufene Tuning-Versuche hin“, so Griebel.

Preisinfo: Die Preisspanne für einen Fleetwood Brougham bei AutoScout24 beträgt zwischen 7.000 und 28.000 Euro.

Oberklasse für die Langstrecke: Cadillac Seville STS

Der Cadillac Seville wurde zwischen 1975 und 2003 als ein im Vergleich zur DeVille-Baureihe kompakteres aber auch luxuriöser ausgestattetes Fahrzeug gebaut. Die vierte Generation des Seville (1991 bis 1997) mutet schon fast wie die europäische Oberklasse ihrer Zeit an. Sie wurde im Hinblick auf die in Europa möglichen hohen Geschwindigkeiten auf den Autobahnen nur in der stärksten Motorisierung angeboten. Diese Ausstattungsreihe trug den Namenszusatz STS (Seville Touring Sedan). Der Seville der 90er Jahre wurde von GM in Europa in der stärkeren und vollausgestatteten Variante STS (305 PS) und in einer geringfügig weniger ausgestatteten und schwächeren Variante SLS (175 PS) angeboten. „Die SLS-Variante ist dafür fahrwerksmäßig und in der Abstimmung von Motor und Getriebe komfortabler ausgelegt. Und sie verbraucht weniger Kraftstoff“, sagt Michael Gebhardt.

Wer sich einen Seville STS aus der vierten Generation zulegen möchte, sollte sich vor allem den Motor anschauen. Gerade die ersten Serien des 4,6-Liter-Northstar-V8 haben Cadillac-Fachmann Christian Doerk zufolge bis zum Jahrtausendwechsel ab einer Laufleistung von rund 230.000 km immer wieder Probleme mit den Zylinderköpfen. „Im Alltag ist ein Verbrauch um die 12 Liter Normalbenzin realistisch und hält somit einem Vergleich mit der europäischen Konkurrenz stand“, sagt Doerk. Was der Motor nicht mag, ist Kurzstreckenverkehr in der Stadt. Dann steigt der Verschleiß, was der Motor durch hohen Ölverbrauch früh anzeigt.

Dank Frontantrieb auch wintertauglich

Auch wenn die Verarbeitungsqualität damals noch nicht der europäischer Modelle entsprach, ist der STS keinesfalls eine Klapperkiste, sondern mit robusten und haltbaren Materialien solide verarbeitet. „Die Edelstahl-Auspuffanlage etwa hält ein Leben lang“, so Doerk. Durch den Frontantrieb sind die Fahrzeuge wintertauglich und zuverlässig.

So sorgt die Klimaautomatik im Cadillac dafür, dass der Innenraum im strengen Winter schnell aufgeheizt und im Sommer entsprechend schnell herunter gekühlt wird.

Ersatzteile können laut Christian Doerk kostengünstig bezogen werden und von jeder guten Fachwerkstatt eingebaut werden. Mit der zuverlässigen Elektronik gibt es nur wenige Probleme. Wenn doch, bedarf es einer Fachwerkstatt. Alle Fehlercodes lassen sich aber Cadillac-typisch auch selbst über das Bordsystem auslesen, ohne einen Diagnosestecker anschließen zu müssen. Der Classic Cadillac Club empfiehlt, europäische Modelle des STS Importen wegen der besseren Ausstattung vorzuziehen.

Preisinfo: Ein Cadillac Seville STS wird bei AutoScout24 zu Preisen zwischen 3.500 und 20.000 Euro gehandelt.

Weitere Cadillac-Modelle und Oldtimer anderer Marken sind auf www.autoscout24.de zu finden. Für Oldtimer bietet AutoScout24 eine spezielle Rubrik und auch nach Cadillacs kann über Markeneinstellungen direkt gesucht werden. Umfangreiche Informationen über Oldtimer im Allgemeinen bietet zum Beispiel der ADAC auf seiner Website (http://www.adac.de/infotestrat/oldtimer-youngtimer), Expertenwissen der Classic Cadillac Club Deutschland (www.cadillac-club.de).

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