München, 19.07.2017

Nur 15 Prozent wollen zurzeit einen Diesel

Umfrage zeigt: Alternative Antriebsmodelle gewinnen aufgrund des Dieselskandals an Attraktivität / 18 Prozent der Dieselfahrer denken über Verkauf ihres Autos nach

Der Abgasskandal und die Diskussion um drohende Fahrverbote für Dieselfahrzeuge bleiben nicht ohne Wirkung auf die deutschen Autofahrer. Trotz besserer Langstrecken- und Vielfahrertauglichkeit: Nur 15 Prozent würden sich beim Kauf eines Fahrzeugs als Erstes nach Dieselautos umschauen. Die Autohalter sind enttäuscht von den Herstellern und denken über die Alltagstauglichkeit alternativer Antriebsarten nach. Vor allem Dieselfahrer sind verunsichert: 18 Prozent überlegen derzeit, ob sie ihr Fahrzeug verkaufen sollen. Das sind die Ergebnisse einer aktuellen, repräsentativen Umfrage* von AutoScout24 unter Autohaltern in Deutschland.

Rund 60 Prozent der Autofahrer machen sich derzeit Gedanken rund um den Abgasskandal und die Diskussion von Fahrverboten für Dieselfahrzeuge. Vor allem Halter von Dieselfahrzeugen sind besorgt: Zwei Drittel (67 Prozent) beschäftigt das Thema. 28 Prozent der Autohalter gaben an, von den Herstellern enttäuscht zu sein, die Abgaswerte manipuliert haben.

Unsicherheit lässt Fahrer am Diesel zweifeln

„Die Umfrage zeigt die Verunsicherung der Autofahrer aufgrund der anhaltenden Diskussionen und ungelösten Probleme beim Diesel“, sagt Dr. Sebastian Lorenz, Vice President Consumer bei AutoScout24. „Das Wichtigste wären jetzt verbindliche und verlässliche Regeln, damit die Konsumenten ihre Planungssicherheit zurückgewinnen.“

Dass hier das zentrale Problem liegt, zeigt auch die Umfrage. So denken 14 Prozent der Autofahrer darüber nach, wo man in Zukunft überhaupt noch Dieselfahrzeuge fahren darf. Vor allem die Dieselhalter selbst treibt dieser Gedanke um: 26 Prozent fühlen sich verunsichert, weil derzeit nicht klar ist, ob ein Fahrverbot in den Städten kommt und wen dieses betreffen würde. Das Ergebnis: 18 Prozent der Dieselfahrer erwägen, ihr Auto zu verkaufen.

„Einen Preisverfall bei gebrauchten Dieselfahrzeugen lässt sich derzeit auf AutoScout24 dennoch nicht feststellen“, betont Lorenz. „Allerdings registrieren wir seit Anfang des Jahres eine stärkere Zunahme beim Angebot an Dieselautos im Vergleich zu den Benzinern. Dass diese Verschiebung auch Druck auf die Preise ausüben wird, lässt sich zumindest für die Zukunft nicht komplett ausschließen.“

Wie umwelt- und gesundheitsschädlich Dieselautos sind, beschäftigt die Dieselfahrer selbst am wenigsten. So denken 18 Prozent der deutschen Autohalter über dieses Thema nach, aber nur 15 Prozent der Dieselfahrer. Haltern von Benzinern und Fahrzeugen anderer Antriebsarten macht das Thema deutlich mehr Sorgen (19 und 26 Prozent).

Alternative Antriebsarten gewinnen an Attraktivität

70 Prozent der Autohalter gaben an, aktuell einen Benziner zu fahren und 27 Prozent einen Diesel. Doch die Attraktivität alternativer Antriebsarten nimmt aufgrund der Dieselproblematik deutlich zu. So würden 29 Prozent der Deutschen als erstes nach Modellen mit alternativen Antrieben suchen, wenn sie sich heute ein neues bzw. anderes gebrauchtes Auto kaufen würden. Trotz dem Wunsch nach Alternativen, ist es fraglich, wie viele dann tatsächlich am Ende ein Hybrid- oder Elektrofahrzeug kaufen. Denn 25 Prozent fragen sich, wie alltagstauglich alternative Antriebsarten schon sind. Benziner sind insgesamt nach wie vor die erste Wahl: 44 Prozent würden zunächst Fahrzeuge mit dieser Antriebstechnik recherchieren. Und der Diesel? Nur 15 Prozent würden am Anfang ihrer Suche Selbstzünder in Erwägung ziehen.

* Die Innofact AG befragte im Juli 2017 im Auftrag von AutoScout24 1.040 Autofahrer, bevölkerungsrepräsentativ hinsichtlich des Alters (18-65 Jahr) und Geschlechtes quotiert. Mehrfachantworten waren möglich. Die ausführlichen Umfrageergebnisse erhalten Sie auf Anfrage unter presse@autoscout24.com.

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