München, 20.12.2017

Jahresrückblick 2017 - Gebrauchtwagenpreise im EU-Vergleich

Frankreich und Deutschland sind am teuersten / Gebrauchte in den Niederlanden trotz zweistelligem prozentualen Zuwachs am günstigsten

Das Gebrauchtwagenjahr 2017 sorgte in ganz Europa für steigende Preise. Der Anstieg fiel in Deutschland mit 4,5 Prozent aber vergleichsweise gering aus, zeigt der AutoScout24-Gebrauchtwagen-Preis-Index (AGPI). In dem Jahresvergleich von sieben EU-Ländern landet Deutschland gemeinsam mit Spanien auf dem vorletzten Platz vor Belgien, was die Preissteigerung angeht. Allerdings liegt Deutschland 2017 hinsichtlich der Höhe des Durchschnittspreises mit 19.339 Euro auf Platz zwei, hinter Frankreich mit 20.710 Euro.

„Vor allem über zehn Jahre alte Autos waren in Frankreich deutlich teurer als bei uns“, sagt Dr. Felix Frank, Senior Vice President Customer. „In grenznahen deutschen Orten fanden daher viele deutsche Fahrzeuge einen französischen Käufer. Andersherum klappte das aber genauso. Versierte Schnäppchenjäger suchten auf AutoScout24 über die Grenzen hinaus. So konnten deutsche Autokäufer unter anderem in Holland, Italien oder Belgien einige tausend Euro sparen.“

Holland, Italien und Belgien bleiben im Schnitt unter der 15.000 Euro Marke

Selbst wenn die Reihenfolge im Vergleich zum Vorjahr bestehen bleibt: Einzelne Länder rückten 2017 beim Durchschnittspreis aller Gebrauchtwagen näher aneinander. Europäische Hochpreisländer blieben wie schon 2016 Frankreich (20.710 Euro, +6,1 Prozent) und Deutschland (19.339 Euro, +4,5 Prozent). Österreich schloss allerdings mit einem Plus von zehn Prozent auf 18.384 Euro preislich stark auf und hat zum Jahresende nur noch 955 Euro Rückstand auf Deutschland. Und selbst in Spanien scheinen die Folgen der Krise größtenteils überwunden zu sein. Mit einer Steigerung von 4,5 Prozent landete das südeuropäische Land bei der Auswertung 2017 erneut im Mittelfeld (16.725 Euro). Die Plätze dahinter belegen Belgien (14.967 Euro, +3,8 Prozent), Italien (14.572 Euro, +4,6 Prozent) und – trotz prozentual größtem Sprung – Schlusslicht Niederlande (14.422 Euro, +10,6 Prozent). Über das insgesamt größte Angebot auf AutoScout24 verfügen Interessenten weiterhin in Deutschland; vor Italien und unseren holländischen Nachbarn.

Unterschiedliche Preise je nach Alter

Ein völlig anderes Bild ergibt sich, wenn man die einzelnen Alterssegmente betrachtet. Erstaunlicherweise führen die insgesamt an letzter Stelle geführten Holländer das Ranking bei den bis zu zwölf Monate alten Fahrzeugen mit 33.824 Euro an. Mit rund 3.100 Euro Abstand folgen bei den jungen Gebrauchten Österreich (30.723 Euro) sowie Belgien (29.077 Euro), Frankreich (28.445 Euro) und Deutschland (28.320 Euro). Hier zeigen die über das Jahr gesunkenen Tageszulassungen in Deutschland Wirkung. Die günstigsten Fahrzeuge bei den bis zu Einjährigen werden in Südeuropa angeboten: Die zumeist noch mit Werksgarantie versehenen Autos kosten in Spanien 26.921 Euro. Nochmal um gut 2.700 Euro günstiger sind Fahrzeuge dieser Altersklasse in Italien (24.179 Euro). Doch Vorsicht: Oft ist der Fahrzeugzustand nicht mit dem deutschen Markt vergleichbar. Kleine Dellen und Kratzer zeugen hier vom lässigeren Umgang mit dem Gebrauchsgegenstand Auto. Insgesamt besteht zwischen den teuersten und günstigsten Angeboten innerhalb der sieben EU-Staaten bei den bis zu zwölf Monate alten Autos eine Differenz von 9.645 Euro.

Verschoben wird diese Reihenfolge bei den ein- bis dreijährigen Gebrauchten. Hier ist das Angebot in Österreich mit 27.889 Euro mit Abstand am teuersten – vor Deutschland (25.647 Euro) und den Niederlanden (24.564 Euro). Ähnlich sieht die Situation bei älteren Gebrauchtwagen aus, wo für drei- bis fünfjährige Fahrzeuge ebenfalls in Österreich (19.794 Euro) noch vor Deutschland (19.133 Euro) am meisten verlangt wird. Frankreich platziert sich hier mit 18.181 Euro auf dem dritten Rang. Erstaunlicherweise wird diese Altersgruppe auch im ansonsten günstigen Spanien (18.128 Euro) relativ hoch eingepreist.

Young- und Oldtimer streuen europaweit preislich am meisten

Die Spannweite bei Youngtimern reicht von 5.840 Euro in Österreich bis zu 21.426 Euro in Frankreich. Das erklärt zum Teil auch den hohen allgemeinen Durchschnittspreis bei den Franzosen. Ähnlich groß ist der Abstand bei Oldtimern mit mehr als 30 Jahren. Hier liegen zwischen dem günstigsten Angebot (Italien: 18.306 Euro) und dem teuersten (Frankreich: 33.409 Euro) ebenfalls weit über 15.000 Euro. Auch in Belgien (27.318 Euro) werden historische Fahrzeuge noch vergleichsweise teuer gehandelt. Deutschland landet mit 26.406 Euro auf dem dritten Platz – vor den Niederlanden (23.968 Euro), Österreich (22.024 Euro) und Spanien (21.022 Euro). Vergleichsweise günstig sind Oldtimer ausgerechnet in Italien (18.306 Euro), obwohl Italien die Heimat so traditionsreicher und PS-starker Marken wie Ferrari, Lamborghini, Maserati und Alfa Romeo ist.

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* FOCUS-MONEY Studie „Kundenfreundliche Apps“ (Heft 13/17)

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