München, 14.12.2015

Das Jahr 2015: Gebrauchtwagenpreise im europäischen Vergleich - Frankreich überholt Deutschland

Das Gebrauchtwagenjahr 2015 war rückblickend betrachtet voller Überraschungen – nicht nur in Deutschland. Zwar überschritt der Durchschnittspreis im Inland mit 17.082 Euro erstmals die 17.000-Marke und stieg über alle Modelle, Kategorien sowie Altersklassen hinweg an, insgesamt legte er aber nur 1,3 Prozent zu, zeigt der AutoScout24-Gebrauchtwagen-Preis-Index (AGPI). Lediglich in den Niederlanden stieg der Preis mit 1,2 Prozent geringer als in Deutschland. Absoluter Spitzenreiter wurde 2015 Frankreich mit einer Steigerung um 9,1 Prozent. Mit einem Wert von 18.077 Euro verdrängt Frankreich damit Deutschland auf Platz zwei. Der durchschnittliche Gebrauchtwagenpreis in Deutschland bleibt auf einem hohen Niveau im europäischen Vergleich.

Beim Jahresdurchschnittspreis verzeichnete Frankreich 2015 über alle Alterssegmente und Fahrzeugkategorien hinweg den höchsten Anstieg aller sieben untersuchten Länder. Wie die Auswertung zeigt, waren insbesondere Autos im Alter von fünf bis zehn Jahren in Frankreich teurer als in Deutschland – um 3.225 Euro. Frankreich landete zudem bei der über alle Länder hinweg teuersten Fahrzeugkategorie, den Sportwagen, mit großem Abstand vorne: 53.855 Euro kosteten 2015 im Schnitt gebrauchte Sportwagen bei den französischen Nachbarn. Deutschland folgte hier mit einem Durchschnittspreis von 44.257 Euro lediglich im Mittelfeld – hinter Österreich, den Niederlanden und Spanien.

Bei der deutschen Spezial-Kategorie “Tageszulassungen“ steht der inländische Handel jedoch weiterhin unangefochten an der Spitze: Mit knapp 40.000 Fahrzeugen verbuchte die AutoScout24-Datenbank allein im November fast zwölfmal so viele taktische Zulassungen wie das zweitplatzierte Land Italien mit 3.336. In den anderen betrachteten EU-Ländern liegen die Zahlen hierfür bestenfalls im niedrigen dreistelligen Bereich.

Unterschiede durch länderspezifische Besteuerung

Erstaunlich aufgrund der hohen Zahl an Tageszulassungen in Deutschland war 2015 der vergleichsweise niedrige Preis von 25.656 Euro bei bis zu zwölf Monate alten Fahrzeugen. Nur in Italien waren die durchschnittlichen Jahrespreise für diese Jungwagen mit 23.063 Euro nochmals niedriger. Alle weiteren untersuchten Länder riefen in diesem Bereich höhere Preise auf. Spitzenreiter 2015 waren die Niederlande mit 29.175 Euro. Auf den weiteren Plätzen: Österreich (28.244 Euro), Belgien (27.203 Euro), Frankreich (26.399 Euro) und Spanien (25.945 Euro). Bei der Einpreisung spielt hauptsächlich auch die europaweit unterschiedliche Besteuerung bei Hubraum, Leistung sowie beim CO2-Ausstoß eine Rolle. Frankreich, Österreich und Spanien berücksichtigen zum Beispiel den Kohlendioxid-Ausstoß bei der stets fälligen Zulassungssteuer – was bei großen und stärkeren Fahrzeugen einer Luxussteuer gleichkommt. Und in Italien werden seit 2012 Fahrzeuge mit mehr als 250 PS mit einer solchen belegt. In Deutschland entfällt diese Zusatzbelastung. Hier sind lediglich vergleichsweise geringe Zulassungsgebühren fällig.

Verschiedene Spitzenreiter in den einzelnen Altersklassen

Dies beeinflusst natürlich auch den Gebrauchtwagenmarkt. So werden die Alterssegmente von verschiedenen Ländern angeführt. Waren in den Niederlanden Fahrzeuge bis zu zwölf Monaten 2015 am teuersten, so lag preislich die Altersklasse der ein- bis dreijährigen Gebrauchten in Österreich mit 26.702 Euro an der Spitze (Deutschland: 23.624 Euro). Diese Position nahmen die österreichischen Nachbarn mit 18.946 Euro ebenso im Bereich der drei- bis fünf Jahre alten Fahrzeuge ein (Deutschland: 17.731 Euro). Bei den Fünf- bis Zehnjährigen dominierte mit 13.979 Euro erneut Frankreich (Deutschland: 10.754 Euro). Mit einem Jahresdurchschnittspreis von 6.824 Euro eroberte dagegen Spanien bei den zehn bis 15 Jahre alten Gebrauchtwagen 2015 die Spitzenposition (Deutschland: 4.941 Euro). Hierfür ist wohl hauptsächlich die nur langsam abflauende Wirtschaftskrise der vergangenen Jahre verantwortlich. Denn in Folge zog die Gebrauchtwagennachfrage in diesem Alterssegment stark an – was wiederrum die Preise für viele Gebrauchte über zehn Jahre in die Höhe trieb.

In den meisten Fahrzeugsegmenten überholt Frankreich Deutschland deutlich

Betrachtet man den europäischen Gebrauchtwagenmarkt nach Kategorien, so waren Kleinwagen 2015 erneut in Belgien am günstigsten (8.431 Euro) und in Frankreich am teuersten (11.560 Euro). Deutschland folgte mit 10.285 Euro hinter Frankreich auf Platz zwei. Auch bei den Kompakten, der sogenannten “Golf-Klasse“, konnte man sich dieses Jahr in Belgien mit 12.120 Euro im Jahresdurchschnitt am günstigsten eindecken. Hier wurde mit 15.767 Euro von den deutschen Kompaktwagen-Besitzern am meisten gefordert. Für Mittelklassefahrzeuge, Modelle der Oberen Mittelklasse, Oberklasse sowie Sportwagen riefen wie schon 2014 wiederum französische Verkäufer die höchsten Preise auf. Hier zeigt sich einmal mehr die unterschiedliche EU-Besteuerung: So verlangt Frankreich für Fahrzeuge mit einem CO2-Ausstoß von über 131 g/km eine Strafsteuer. Die Beträge sind gemäß der CO2-Emission gestaffelt und reichen von 150 Euro (131 bis 135 g/km) bis zu 8.000 Euro beim Kauf eines Fahrzeugs mit über 200 g/km CO2-Ausstoß. Ob Neu- oder Gebrauchtwagen ist dabei egal, denn die Zahlung wird als Steuer bei der Zulassung fällig. Auch aus diesem Grund suchen französische Interessenten gerne auf der deutschen AutoScout24-Seite, allerdings keine Vans. Denn diese waren im europäischen Vergleich in Deutschland mit im Jahresschnitt 16.482 Euro erneut am teuersten – wenn auch 445 Euro billiger als 2014. In der Kategorie SUV und Geländewagen hatten 2015 die Österreicher die Nase vorn – wenn auch nur knapp. Hier stehen im Rückblick 27.836 Euro der Alpenrepublik gegen 27.794 Euro in Deutschland und 27.514 Euro der Grande Nation.

Weitergehende Daten zum europäischen Gebrauchtwagenmarkt im Jahr 2015 in tabellarischer Darstellung finden Sie in der angehängten Datei. Die Infografik in Druckauflösung können Sie in unserem Pressebereich (http://www.autoscout24.de/presse) herunterladen und mit Quellenangabe kostenfrei publizieren. Im gleichen Bereich finden Sie unter "AGPI“ zudem weitere Informationen zur Preis- und Nachfrageentwicklung im gesamten Jahr 2015 – übersichtlich nach Monaten sortiert.

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