München, 06.02.2018

Fast 80 Prozent für gleiche Steuern auf Diesel und Benzin

Umfrage: Selbst jeder zweite Dieselfahrer für Abschaffung der Privilegien / Gleichberechtigung an der Zapfsäule gewünscht

Trotz der Kritik am Diesel kostet er an Tankstellen immer noch deutlich weniger als Benzin, da er niedriger besteuert wird. Die Forderungen nach einer Abschaffung der Steuerprivilegien werden immer lauter. Die deutliche Mehrheit der Deutschen Autohalter ist inzwischen für Gleichberechtigung: 78 Prozent haben sich in einer repräsentativen Umfrage* von AutoScout24, dem europaweit größten Online-Automarkt, unter 1.024 Autohaltern für ein Ende der Steuervorteile ausgesprochen. „Selbst jeder zweite Dieselfahrer ist für eine Angleichung der Steuersätze. Allerdings ist nur eine Minderheit für eine sofortige, bedingungslose Abschaffung. Die Mehrheit knüpft ihre Zustimmung für das Aus der Steuervorteile an Übergangsfristen und andere Voraussetzungen,“ sagt Dr. Sebastian Lorenz, Vice President Consumer bei AutoScout24.

Autohalter wollen Ausgleich für Steuerangleichung

Lediglich 37 Prozent der deutschen Autohalter ist demnach dafür, dass Benzin und Diesel sofort und ohne Einschränkung mit den gleichen Steuersätzen belegt werden soll. Derzeit fallen inklusive Ökosteuer 65,45 Cent Energiesteuer auf den Liter Benzin an, aber nur 47,04 Cent auf den Liter Diesel. Allerdings zahlen Halter von Dieselfahrzeugen dafür eine höhere Kraftfahrzeugsteuer, auch der Anschaffungswert eines Diesels ist höher. Entsprechend sagen 18 Prozent der Befragten: Ich bin für eine Anpassung der Steuersätze beim Kraftstoff, aber nur, wenn gleichzeitig die Kfz-Steuern für Dieselfahrzeuge gesenkt werden. Zwölf Prozent sind für Steuervereinheitlichung beim Sprit, aber nur wenn damit umweltfreundliche Antriebstechnologien gefördert werden. Weitere elf Prozent sind ebenfalls dafür, bestehen aber darauf, dass dies nicht kurzfristig umgesetzt wird, da Dieselfahrer eine Investitionsentscheidung auf der Basis der aktuellen Steuern getroffen hätten.

Auch Dieselfahrer für Änderungen offen

Rund jeder fünfte Autohalter (22 Prozent) ist strikt gegen eine Änderung bei der Kraftstoffsteuer. Es ist wenig verwunderlich, dass vor allem Halter von Dieselfahrzeugen beim Altbewährten bleiben wollen: 49 Prozent derjenigen, die einen Selbstzünder fahren, möchten dies auch weiterhin mit verbilligtem Sprit tun. Interessanter ist der Umkehrschluss, denn 51 Prozent der Dieselfahrer sind durchaus bereit, gleiche Preise an der Zapfsäule zu akzeptieren. Ohne Einschränkung stimmen allerdings nur zwölf Prozent von ihnen zu. Jeder vierte Dieselfahrer erwartet für sein Entgegenkommen bei der Spritbesteuerung zumindest gleiche Sätze bei der Kfz-Steuer.

Autofahrer für Steuergleichheit an der Zapfsäule

Frage: Trotz der Kritik am Diesel kostet Dieselkraftstoff an Tankstellen immer noch deutlich weniger als Benzin. Der Grund sind niedrigere Steuern, die auf Diesel erhoben werden. Derzeit wird diskutiert, ob diese Steuerprivilegien für Dieselkraftstoffe abgeschafft werden sollen. Was halten Sie davon?

  Gesamt Benzinfahrer Dieselfahrer
Ich bin dafür, dass der Diesel genauso versteuert wird wie Benzin (ohne Einschränkungen). 37% 45% 12%
Ich bin dafür, dass der Diesel genauso versteuert wird wie Benzin, aber nur, wenn gleichzeitig die Kfz-Steuern für Diesel gesenkt werden 18% 16% 25%
Ich bin dafür, dass der Diesel genauso versteuert wird wie Benzin, aber nur wenn mit dem Geld umweltfreundlichere Antriebstechnologien gefördert werden. 12% 13% 8%
Ich bin dafür, dass der Diesel genauso versteuert wird wie Benzin, aber nur wenn das nicht kurzfristig gemacht wird - schließlich haben Dieselfahrer eine Investitionsentscheidung auf der Basis der aktuellen Dieselsteuern getroffen. 11% 13% 6%
Ich bin dafür, dass es weiterhin niedrigere Steuern auf Diesel gibt. 22% 13% 49%

Quelle: AutoScout24/Innofact; Basis: 1.024 repräsentativ befragte Autohalter

* Die Innofact AG befragte im Januar 2018 im Auftrag von AutoScout24 insgesamt 1.024 Autohalter, bevölkerungsrepräsentativ hinsichtlich des Alters (18-65 Jahr) und Geschlechtes quotiert. Die ausführlichen Umfrageergebnisse erhalten Sie auf Anfrage unter presse@autoscout24.com.

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